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Expertentipp Mediation

12.06.2013, von Sabine Nimo

Nachdem das Thema Mediation seit Stuttgart 21 häufiger im Gespräch ist,stellt sich mancher die Frage, ob die Verfahren auch etwas für die Lösung der Problematik in seinen Unternehmen ist. Ist es nicht zu teuer einen Mediator zu beschäftigen und muss man seine Probleme, als fähige Führungskraft nicht selbst lösen können?

Diese und ähnliche Gedanken werden mir häufig zugetragen. Es scheint in Deutschland noch sehr untypisch zu sein einen Rat von außen zum Thema Konflikt Klärung zu holen, wenn die Angelegenheit noch nicht rechtsstreitwürdig ist. Die Probleme werden häufig negiert und unter den Teppich gefegt. Doch das nicht Hinschauen bringt keine Lösung. Ich vergleiche solch ein Umgang mit Problemen gern mit einen Tischtennisball: Wenn sie diesen unter Wasser drücken, schießt er jedes Mal, wenn der Druck etwas nachlässt, an anderer Stelle wieder hoch.

Ähnlich ist es mit Problemen und Konflikten, findet man keine tragfähige Lösung, wird die nächste Situation schwieriger als die Vorherige.

Friedrich Glasl stellt die Abwärtsspirale, entlang derer sich Konflikte entwickeln, in neun Stufen dar. Jeweils drei fasst er zu einer Ebene zusammen. Innerhalb der drei Stufen oder Ebenen ist die Qualität des Ergebnisses einer Konfliktlösung gleich (Vgl. Glasl 2004). *Glasl, Friedrich: Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungkräfte, Beraterinnen und Be- rater, 8. aktualisierte und ergänzte Auflage

Das heißt jedoch nicht daß jeder Konflikt bis in den Abgrund führt, jedoch besteht dazu die Möglichkeit wenn keine Klärung zwischen den Parteien erfolgt.

In den neun Stufen werden über ihre sichtbaren Symptome definiert, welche von den Parteien gezeigt werden. Wie schlimm es kommen kann zeigte uns ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 1989 von Danny DeVito nach dem gleichnamigen Roman von Warren Adler. In der Rahmenhandlung erzählt Anwalt Gavin D’Amato einem Mandanten die Geschichte der schmutzigen Scheidung von Oliver Rose und seiner Ehefrau Barbara, um ihm klar zu machen, dass eine Ehescheidung „sauber“ abzulaufen habe.

Die Geschichte erstreckt sich über viele Jahre, während derer sich die gegenseitige Abneigung der Eheleute in Hass steigert. Barbara Rose wünscht die Scheidung, eine gütliche Einigung bezüglich des gemeinsamen Hauses ist jedoch nicht möglich. Es kommt zur Eskalation mit absurden Handlungen wie dem Zerstören der Einrichtung oder einer Verfolgungsjagd im Hause. Erinnern Sie die Schlussszene: Am Ende liegen Barbara und Oliver Rose sterbend in der Eingangshalle ihres Hauses, nachdem sie im vorausgegangenen Kampf im Treppenhaus mit dem Kronleuchter abgestürzt sind. Noch im Moment des Todes stößt Barbara die ausgestreckte Hand ihres Mannes weg.

Manch einer schmunzelt noch im nach hinein, soweit kommt es bei uns doch nicht oder?

Treten Konflikte auf, so ist der einfachste Weg zur Klärung das direkte Gespräch zwischen den Beteiligten. Ist das nicht möglich hilft die Anwesenheit einer dritten Person, die Streitparteinen die Möglichkeit gibt Ihren Fall vorzutragen und zu klären.

In der Arbeitswelt vernichten Konflikte jeden Tag viele tausende von Euros, da der Mitarbeiter, welcher sich gedanklich und emotional im Konflikt befindet keine 100 % Arbeitsleistung erbringen kann und wird. Schnell haben sich um zwei Streitende auch Gruppen gebildet und so beginnt der Streit Kreise zu ziehen. Die Kreise oder vielleicht nennen wir sie besser Wellen, Wellen die sich langsam ausbreiten als würfe man einen flachen Stein ins Wasser, können zum Sturm werden. Der wirtschaftliche Schaden wird in Unternehmen dabei oft unterschätzt.

 

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Eine Mediation schafft keine Hauruck Lösung, sondern hilft den Beteiligten einen Weg des Umgehens mit der Situation zu finden, welche durch das Verstehen und Nachvollziehen der Situation des Anderen erfolgt.

Eine Mediation erfolgt nach einem Stufenprozess, indem sie von dem Mediator begleitet werden. Er begleitet Sie unparteiisch und unterstützt sie in der Klärung ihres Konflikts.

Eine Mediation ist keine Lösungsmaschine, sondern schafft eine langfristige Klärung. Die Beteiligten sind ja selbst Profis in ihren Problemen und können daher auch Profis für die Lösungen werden.

Durch den Einsatz eines Mediators, wenn der Konflikt noch keine großen Wellen schlägt, halten sie die Kosten gering und steigern die Möglichkeit zur Klärung. In den nordischen Ländern gehört der Einsatz von Mediation zur Vorbeugung. Je südlicher man reist, so eher wird sie als letztes Mittel vor einem Gerichtsverfahren gesehen.

Mein Tipp:

Nutzen Sie die Mediation wie eine Prophylaxe beim Zahnarzt. Kleinere „Reparaturen“ sind schnell getan und kaum schmerzhaft. Sie steigern die Arbeitszufriedenheit und führen zu mehr Effektivität und Effizienz auch in Ihrem Betrieb. Einen Bonusstempel gibt es von der Krankenkasse nicht, gleichwohl werden Sie das bessere Betriebsklima selbst erleben und das hat sicher einen anderen Langzeitwert als ein Stempel.